FLIESSGEWÄSSER

Kies und Steine an der Osterau

Fließgewässer sind natürlich entstandene, langgestreckte Gerinne, 
in denen das Oberflächenwasser abfließt. 
Die Gewässerstruktur und teilweise auch die direkte Umgebung 
an Land sind geprägt von dem vorhandenen Gefälle, 
der Größe des Einzugsgebietes und den Bodenverhältnissen.

 

 

Quellen
 

Rheokrene am Vierer See (Kreis Plön, Schleswig-Holstein) Helokrene der Glasbek (Kreis Rendsburg-Eckernförde, Schleswig-Holstein) Limnokrene Store Blåkilde (Dänemark)

Fließgewässer haben ihren Ursprung in Seen oder Quellen. Quellen sind Orte, an denen Grundwasser aus dem Boden austritt. Sie sind gekennzeichnet durch eine im jahreszeitlichen Verlauf konstante Wassertemperatur, die normalerweise der örtlichen mittleren Jahrestemperatur der Luft entspricht. Man unterscheidet Sturz- oder Fließquellen (Rheokrenen), Sumpf- oder Sickerquellen (Helokrenen) und Tümpelquellen (Limnokrenen). Bei den Rheokrenen fließt das austretende Wasser direkt und mit höherer Fließgeschwindigkeit ab. Bei Helokrenen tritt das Grundwasser auf einer größeren Fläche aus und bildet eine Sumpfzone. Bei Limnokrenen sammelt sich das austretende Wasser in einem Tümpel oder Teich, bevor es über den Quellbach abfließt.

 

Oberläufe
 

Bergbach in Österreich Zufluss zur Johannisbek (Kreis Ostholstein, Schleswig-Holstein) Tönsbek (Kreis Rendburg-Eckernförde, Schleswig-Holstein)

In den Oberläufen insbesondere des Berglands ist das Gefälle meistens höher und das Einzugsgebiet kleiner. Aufgrund der hohen Fließgeschwindigkeit und der gerichteten Strömung ist der Bachverlauf relativ gradlinig und das Substrat besteht größeren Steinen und Felsblöcken, da das feinere Material von der Strömung mitgerissen wird. Im norddeutschen Tiefland ist das Gefälle in der Regel auch in den Oberläufen geringer, das Substrat besteht aus Steinen, Kies und Sand (Anteil des jeweiligen Substrattyps ist abhängig von den Bodenverhältnissen), es finden sich aber auch Abschnitte mit sehr feinem Substrat und Totholzansammlungen.

 

Mittel- und Unterläufe
 

Schwarze Au im Sachsenwald (Kreis Herzogtum Lauenburg, Schleswig-Holstein) Trave bei Lübeck (Schleswig-Holstein) Hochwasser an der Sieversdorfer Au (Kreis Ostholstein, Schleswig-Holstein)

Mit abnehmendem Gefälle sinkt in den Mittel- und Unterläufen die Fließgeschwindigkeit, das Substrat wird zunehmend sandig-schlammiger. Durch Sedimentverlagerung und Störstellen (Uferabbrüchen, Sturzbäumen) kommt es zur Bildung von Windungen und Mäandern. Große Flüsse und Ströme sind dagegen wieder relativ gradlinig, da hier die Strömung nicht ausreicht, um eine seitliche Verlagerung zu erreichen. Hier bilden sich durch den Feinsedimenttransport Sandbänke und Flussinseln. Mit zunehmender Größe des Einzugsgebietes verändert sich je nach Jahreszeit und Niederschlagsmengen der Wasserstand. Mehr oder weniger regelmäßig entstehen hohe Wasserstände, so dass das Gewässer über die Ufer tritt und sich in der Aue ausbreitet. Dies führt zu einer engen Verzahnung und starker gegenseitiger Beeinflussung von Gewässer und angrenzenden Landbiotopen.