IMMISSIONSSCHUTZ

Bei allen Baumaßnahmen und Genehmigungsverfahren
sind Menschen, Tiere und Pflanzen, Boden, Wasser,
Luft sowie Kultur- und sonstige Sachgüter vor auf
sie einwirkenden stofflichen Verunreinigungen, Geräu-
schen, Erschütterungen, Licht, Wärme, Strahlung und
ähnlichen Umwelteinflüssen zu schützen.

 
Bei unseren Umweltverträglichkeitsstudien zu Altlasten und Deponien, Gewerbegebieten, Hafenbauprojekten und zu einem Erdmagnetfeldsimulator werden Schadstoff-, Lärm- und Erschütterungsgutachten integriert und bewertet.

Wir beraten zum Beispiel die Flender Werft AG in Lübeck bei ihren Baumaßnahmen im Lübecker Hafen. Dafür sind zumeist Baggerungen in der Trave und eine ordnungsgemäße Verbringung bzw. Entsorgung von Gewässerboden erforderlich.

Die Travesedimente im Bereich des Lübecker Hafens sind vor allem im Schlickhorizont mit Schwermetallen und Tributylzinn (TBT) belastet. TBT ist Bestandteil von bewuchsreduzierenden Schiffanstrichen (sogenannten "anti-foulings"). Außerdem sind hier hohe Nährstoffgehalte gemessen worden. Der darunter liegende Mergelhorizont weist deutlich geringere Schadstoffkonzentrationen auf.

Daher muss verhindert werden, dass bei den Baggerarbeiten viel Sediment aufgewirbelt wird, sich dabei gebundene Schadstoffe im Wasser lösen und dort die Lebensgemeinschaft schädigen. Begleitende Untersuchungen zeigen, dass der Einsatz eines Löffelbaggers bei der Entnahme des Gewässerbodens günstiger zu bewerten ist als ein Greiferbagger. Für die besonders belastete oberste Sedimentschicht wird ein geschlossener Tieflöffel verwendet, bei dem der Austritt von Baggergut bei der Hebung minimal ist.

Außerdem führt aufgewirbeltes Substrat mit hohem Nährstoffgehalt zu temporär verstärkter Sauerstoffzehrung im Gewässer. Eine weitere Minimierung der Auswirkungen stellt daher die Baggerung im Winter/Frühjahr dar, da zu dieser Jahreszeit die Sauerstoffsättigung hoch und eine zeitweise geringfügig höhere Sauerstoffzehrung unbedenklich ist. Ergänzende Untersuchungen der faunistischen Wirbellosen-Besiedlung (Makrozoobenthos) zeigen, dass hier keine empfindliche Lebensgemeinschaft vorhanden ist.

Aufgrund der Schadstoffgehalte wird das Baggergut nicht verklappt, sondern an Land entsprechend seiner Einstufung gemäß den Zuordnungswerten der LAGA ordnungsgemäß entsorgt.